Erstellung eines Klimaanpassungskonzeptes für den Fußballverein FSV Cappel in Marburg

Förderkennzeichen: 67APS2169
Förderprogramm:
Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen (AnpaSo) im Rahmen des Programms „Nationale Klimaanpassung“ vom 29.04.2024
Förderschwerpunkt: Entwicklung von Konzepten zur Anpassung an den Klimawandel (FSP 1)

Das Projekt und unsere Ziele

Der FSV 1926 Cappel e.V. entwickelt im Rahmen dieses geförderten Projekts ein Klimaanpassungskonzept für den Sportplatz am Köppel in Marburg. Ziel ist es, unseren Sportplatz und den Vereinsalltag besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten – also zum Beispiel auf immer heißere Sommer, starke Regenfälle oder längere Trockenperioden.

Dafür schauen wir uns zuerst genau an, wie der aktuelle Zustand ist und wo der Sportplatz besonders betroffen ist. Auf dieser Grundlage wird ein Plan erstellt, welche Maßnahmen sinnvoll sind, um besser mit den Veränderungen umzugehen. Dazu gehören konkrete Schritte und ein Plan, wann welche Dinge umgesetzt werden sollen. Auch mögliche Kosten werden grob eingeschätzt (nach DIN 276).

Wichtig ist dabei, dass nicht nur „von oben entschieden“ wird: Spielerinnen und Spieler, Trainer, Eltern und weitere Beteiligte werden aktiv eingebunden und können ihre Erfahrungen und Ideen einbringen. Außerdem werden auch Maßnahmen berücksichtigt, die nicht unbedingt baulich sind – zum Beispiel mehr Aufklärung, bessere Abläufe oder Verhaltensanpassungen im Verein.

Ein besonderer Fokus liegt auf Lösungen, die mit der Natur arbeiten, zum Beispiel mehr Schatten, bessere Begrünung oder ein schonender Umgang mit Wasser.

Am Ende soll ein tragfähiges Konzept entstehen, das uns vom FSV Cappel hilft, langfristig mit den Folgen des Klimawandels umzugehen und den Sportbetrieb auch in Zukunft sicher und gut aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig kann das Vorhaben als Orientierung für andere Vereine dienen und zeigen, wie Klimaanpassung im Amateur- und Breitensport konkret umgesetzt werden kann.

PROJEKTBETEILIGTE

Gute Lösungen entstehen nicht allein – sondern durch unterschiedliche Perspektiven und gemeinsames Denken

BUNDESUMWELTMINISTERIUM

Das Bundesministerium für Umwelt ist der Auftraggeber des Förderprogramms. Es sorgt auf Bundesebene dafür, dass Themen wie Klimaschutz und Klimaanpassung vorangebracht werden. Mit Programmen wie „AnpaSo“ unterstützt das Ministerium Projekte, die Menschen, Vereine und soziale Einrichtungen dabei helfen, besser mit den Folgen des Klimawandels umzugehen.

ZUKUNFT – UMWELT – GESELLSCHAFT

Die ZUG ist der Projektträger des Bundes für viele Umwelt- und Klimaprojekte. Sie setzt die Förderprogramme im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt um. Das bedeutet: Sie prüft Anträge, begleitet Projekte während der Umsetzung und sorgt dafür, dass die Fördermittel richtig eingesetzt werden.

ÖKO-INSTITUT E.V.

Das Öko-Institut e.V. ist eines der ältesten und renommiertesten Umweltforschungsinstitute in Deutschland. Es beschäftigt sich wissenschaftlich mit Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsthemen. Im Projekt bringt es Fachwissen dazu ein, wie Klimaanpassung sinnvoll und nachhaltig umgesetzt werden kann.

ATELIER SPITZNER

Das Atelier Spitzner ist ein Planungs- und Architekturbüro aus Marburg. Es bringt seine Erfahrung in Gestaltung, Planung und Bauprozessen in das Projekt ein. Im Rahmen des Klimaanpassungskonzepts unterstützt es dabei, konkrete und umsetzbare Lösungen für den Sportplatz am Köppel zu entwickeln.

LEAN-FM

Lean-fm ist ein Unternehmen aus Marburg, das sich mit nachhaltigem Facility Management und effizienten Betriebsprozessen beschäftigt. Es unterstützt im Projekt dabei, Maßnahmen nicht nur zu planen, sondern auch praktisch und langfristig im Alltag des Vereins umzusetzen.

AUFTAKTTREFFEN

Am 02.10.2025 fand das Auftakttreffen im Rahmen des Förderprojekts „AnpaSo- FSP1“ auf dem Vereinsgelände am Köppel statt.

Pünktlich zum offiziellen Projektstart konnten sich so die Projektbeteiligten untereinander kennenlernen und sich einen ersten Eindruck von unserer Vereinslage verschaffen.

Dabei nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Öko-Institut e.V., des Atelier Spitzner, des Unternehmens Lean-FM sowie des FSV 1926 Cappel e.V. teil.

ortsbegehung

Ziel war es, sich einen ersten Eindruck von den baulichen Gegebenheiten und der Nutzung der Anlage zu verschaffen. Die Begehung diente außerdem dazu, mögliche erste Ansatzpunkte für die weitere Analyse im Projektverlauf zu identifizieren und ein gemeinsames Verständnis für die örtlichen Besonderheiten zu entwickeln.

Wie geht es weiter?

Das Auftakttreffen bildete die Grundlage für die anschließenden Arbeitsschritte im Projekt, insbesondere für die Betroffenheitsanalyse sowie die bauliche Bestandserfassung.

Wissenschaftliche betroffenheitsanalyse

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die sogenannte Betroffenheitsanalyse – also die Frage: Wie genau wirkt sich der Klimawandel konkret auf unsere Vereinsanlage aus – heute und in Zukunft?

Diese Analyse wurde vom Öko-Institut e.V. durchgeführt. Das Institut gehört zu den etablierten Forschungseinrichtungen im Bereich Umwelt- und Klimafragen und unterstützt seit vielen Jahren Kommunen, Organisationen und Unternehmen dabei, wissenschaftlich fundierte Entscheidungen zu treffen.

Der Mehrwert dabei: Es geht nicht um allgemeine Aussagen wie „es wird wärmer“, sondern um konkrete, standortbezogene Einschätzungen für unsere Anlage in Marburg-Cappel.


Was bedeutet „Betroffenheitsanalyse“ konkret?

Die Betroffenheitsanalyse untersucht systematisch, welche klimatischen Veränderungen bereits messbar sind, welche Entwicklungen in Zukunft zu erwarten sind, welche Bereiche unserer Anlage besonders betroffen sind und welche Risiken sich daraus für den Vereinsbetrieb ergeben. Dafür werden wissenschaftliche Daten, beispielsweise vom Deutschen Wetterdienst, mit regionalen Klimaprojektionen sowie standortspezifischen Informationen kombiniert.

Zentrale Erkenntnisse für den Standort in Marburg

Die Auswertung zeigt deutlich: Die Klimaveränderungen sind auch auf lokaler Ebene bereits spürbar – und werden sich weiter verstärken.

In Deutschland – und auch in Marburg – steigen die Durchschnittstemperaturen seit Jahrzehnten kontinuierlich an. Besonders relevant für den Vereinsalltag ist dabei die Zunahme sogenannter heißer Tage mit Temperaturen über 30 °C. Diese Entwicklung führt dazu, dass die Belastung für Personen vor Ort steigt, insbesondere für Kinder und ältere Menschen (vulnerable Gruppen). Gleichzeitig heizen sich Gebäude wie das Vereinsheim stärker auf, und auch Außenflächen sind in Hitzeperioden teilweise nur eingeschränkt nutzbar. Wichtig ist dabei, dass es sich nicht nur um einen Trend der Vergangenheit handelt, sondern dass sich diese Entwicklung laut Klimaprojektionen weiter verstärken wird. 

Neben der Temperatur verändern sich auch die Niederschlagsmuster. Die Gesamtmenge an Regen bleibt zwar vergleichsweise stabil, entscheidend ist jedoch die veränderte Verteilung. Regen fällt zunehmend ungleichmäßiger und intensiver. Das bedeutet längere trockene Phasen, gleichzeitig aber häufiger Starkregenereignisse, bei denen sehr viel Regen in kurzer Zeit fällt. Für die Vereinsanlage kann das zu einer kurzfristigen Überlastung von Flächen und Entwässerungssystemen führen und die Nutzung bei starken Regenfällen einschränken. Für den Standort des FSV 1926 Cappel e.V. wurde zudem festgestellt, dass er in einem Bereich mit erhöhtem Starkregenrisiko liegt, auch wenn aktuell keine zusätzlichen Abflussrisiken bestehen. 


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Was betrifft uns wirklich?

Ein wichtiger Teil der Analyse ist die Priorisierung von Risiken. Denn nicht jede theoretische Klimafolge ist für unseren Standort gleich relevant.

Auf Basis der Daten, der Ortsbegehung und erster Rückmeldungen aus dem Verein wurde deutlich, dass insbesondere Hitze

  1.  sowohl in Form akuter Hitzewellen als auch durch langfristig steigende Temperaturen
  2. sowie Starkregen eine hohe Relevanz für die Vereinsanlage haben.

Diese beiden Themen stehen im Mittelpunkt der weiteren Planung.

Weitere Wetterereignisse wie Gewitter, einschließlich Blitz, sowie Sturm wurden als mittel relevant eingestuft. Sie können ebenfalls Auswirkungen auf den Vereinsbetrieb haben, stehen jedoch nicht im gleichen Fokus wie Hitze und Starkregen. Risiken wie Hochwasser, Waldbrand oder extreme Kälteereignisse spielen am konkreten Standort dagegen eine untergeordnete Rolle und werden im weiteren Projektverlauf nicht vertieft.


Die Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Analyse sind nicht isoliert zu betrachten, sondern greifen direkt in die weiteren Projektschritte über. Zusammen mit der baulichen Bestandserfassung und den Rückmeldungen aus der Umfrage im Verein ergibt sich ein Gesamtbild: Wo treten heute schon Probleme auf, wo wird es in Zukunft kritisch – und wo lohnt es sich, genauer hinzuschauen.Neque porro quisquam est, qui dolorem ipsum quia dolor sit amet, consectetur, adipisci velit, sed quia non numquam eius modi tempora incidunt ut labore et dolore magnam aliquam quaerat voluptatem. Ut enim ad minima veniam, quis nostrum exercitationem ullam corporis suscipit.

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Bauliche Bestandserfassung

Neben der wissenschaftlichen Analyse der Klimarisiken wurde auch der aktuelle Zustand der Vereinsanlage umfassend untersucht. Diese sogenannte bauliche Bestandserfassung bildet eine wichtige Grundlage, um gezielt Maßnahmen zur Klimaanpassung entwickeln zu können.

Die Begutachtung wurde durch das Atelier Spitzner durchgeführt. Ziel war es, sowohl das Vereinsgebäude als auch die Außenflächen systematisch zu analysieren und zu bewerten, wie gut die Anlage bereits auf die aktuellen und zukünftigen klimatischen Anforderungen vorbereitet ist.


Wie reagiert das Vereinsheim auf Hitze?

Im Mittelpunkt der Untersuchung stand zunächst das Vereinsheim. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere steigende Temperaturen eine zentrale Herausforderung darstellen.

Ein wesentlicher Faktor ist der fehlende Sonnenschutz an den Fenstern. Dadurch kann sich das Gebäude an warmen Tagen stark aufheizen, da die Sonnenstrahlung ungehindert in die Innenräume gelangt. Gleichzeitig gibt es keine zentrale Lüftungs- oder Klimaanlage, die für einen regelmäßigen Luftaustausch oder eine aktive Kühlung sorgen könnte. Die vorhandenen dezentralen Ablüfter reichen dafür nur eingeschränkt aus.

Zusätzlich entsteht im Gebäude selbst Wärme, etwa durch technische Anlagen. So gibt die Kühlzelle für Getränke kontinuierlich Abwärme an angrenzende Räume ab, was die Aufheizung weiter verstärkt.

Gleichzeitig zeigt die Analyse aber auch, dass bereits einzelne energetische Maßnahmen vorhanden sind. Dazu gehören unter anderem eine Photovoltaikanlage – deren Erweiterung um einen Speicher geplant ist – sowie eine Gasheizung mit Pufferspeicher und Fußbodenheizung. Auch die Gebäudehülle ist gedämmt. Diese bestehenden Strukturen bieten eine gute Grundlage, auf der zukünftige Anpassungsmaßnahmen aufbauen können.


Versiegelung und ihre Folgen

Neben dem Gebäude wurde auch das gesamte Gelände betrachtet. Dabei fiel besonders auf, dass ein großer Teil der Flächen versiegelt ist, beispielsweise durch Asphalt oder andere befestigte Materialien.

Diese Versiegelung hat mehrere Auswirkungen: Regenwasser kann nur eingeschränkt im Boden versickern und wird stattdessen direkt in die Kanalisation abgeleitet. Gleichzeitig heizen sich versiegelte Flächen im Sommer deutlich stärker auf und geben die Wärme an ihre Umgebung ab. Dadurch entstehen lokal höhere Temperaturen, die sich negativ auf die Aufenthaltsqualität auswirken. Zudem geht durch die Versiegelung ein Großteil der natürlichen Biodiversität verloren.

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Aufenthaltsqualität und Schutz vor Wetterextremen

Ein zentrales Ergebnis der Bestandsaufnahme betrifft die Aufenthaltsqualität auf dem Gelände. Aktuell gibt es nur sehr wenige Möglichkeiten, sich im Außenbereich vor intensiver Sonneneinstrahlung oder Starkregen zu schützen.

Zwar existiert im Randbereich der Anlage ein Baumbestand, der grundsätzlich Schatten bieten könnte, dieser wird jedoch kaum aktiv genutzt, da dort beispielsweise keine Sitzmöglichkeiten vorhanden sind. Auch andere Bereiche der Anlage, wie etwa die Tribüne, sind vollständig versiegelt und verfügen über keine Verschattung. Gerade an heißen Tagen sind diese Bereiche daher nur eingeschränkt nutzbar.

Diese fehlenden Schutzmöglichkeiten betreffen insbesondere die Nutzergruppen, die im Projekt eine besondere Rolle spielen, etwa Kinder und ältere Menschen.

Wasser und ungenutzte Flächen

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Umgang mit Wasser auf der Anlage. Derzeit wird Regenwasser nicht vor Ort genutzt, sondern vollständig in die Kanalisation abgeleitet. Gleichzeitig wird der Naturrasen über eine Sprinkleranlage mit Frischwasser bewässert.

Darüber hinaus konnten im Rahmen der Bestandsaufnahme mehrere Flächen identifiziert werden, die aktuell wenig oder gar nicht genutzt werden. Dazu zählen unter anderem eine Aschelaufbahn sowie angrenzende versiegelte Wegeflächen, die keine klare Funktion mehr erfüllen. Diese Bereiche bieten Potenzial für zukünftige Umgestaltungen im Sinne der Klimaanpassung.


Die bauliche Bestandserfassung macht deutlich, an welchen Stellen die Vereinsanlage bereits gut aufgestellt ist und wo konkreter Handlungsbedarf besteht. Besonders im Hinblick auf Hitzeentwicklung, Versiegelung und fehlende Schutzmöglichkeiten zeigen sich klare Ansatzpunkte für Verbesserungen.

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Umfrage im verein: WAHRNEHMUNG VOR ORT

Neben der wissenschaftlichen Analyse und der baulichen Bestandserfassung spielt auch die Perspektive der Menschen im Verein eine zentrale Rolle. Denn diejenigen, die regelmäßig auf der Anlage sind, erleben Veränderungen oft ganz konkret im Alltag.

Aus diesem Grund wurde beim FSV 1926 Cappel e.V. eine Umfrage durchgeführt, die sich mit der subjektiven Wahrnehmung von Mitgliedern und Besucher:innen beschäftigt. Ziel war es herauszufinden, wo bereits heute Probleme auftreten, wie diese wahrgenommen werden und welche Wünsche es für die Zukunft gibt.

Die Umfrage wurde online durchgeführt, gleichzeitig bestand aber auch die Möglichkeit, sie direkt vor Ort auf einem Tablet auszufüllen. Gerade für Kinder und ältere Mitglieder wurde so ein möglichst niedrigschwelliger Zugang geschaffen.


Wer wurde befragt?

Um ein möglichst differenziertes Bild zu erhalten, wurden die Teilnehmenden zunächst nach Altersgruppen eingeteilt. Dabei wurde zwischen unter 14-Jährigen, Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, Erwachsenen im Alter von 19 bis 59 Jahren sowie Personen ab 60 Jahren unterschieden.

Zusätzlich wurde erfasst, wie häufig sich die Personen auf der Anlage am Köppel aufhalten und in welcher Rolle sie im Verein aktiv sind – beispielsweise als Spieler:in, Trainer:in, Verantwortliche:r oder als Zuschauer:in. So konnten unterschiedliche Perspektiven gezielt berücksichtigt werden.

Insgesamt nahmen x Personen an der Umfrage teil.

Worum ging es in der Umfrage?

Im Mittelpunkt standen Fragen zur persönlichen Wahrnehmung von Wetter und Klima auf der Anlage. Dabei ging es um Situationen aus dem Vereinsalltag.

Die Teilnehmenden wurden unter anderem gefragt, ob es ihnen auf dem Gelände schon einmal zu heiß war, ob sie extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Sturm oder Gewitter erlebt haben oder ob sie sich in bestimmten Situationen unwohl fühlen. Auch ganz konkrete Erfahrungen wurden abgefragt, zum Beispiel ob es auf der Tribüne im Sommer bereits so heiß war, dass man aktiv in den Schatten ausweichen musste, oder ob das Vereinsheim schon einmal verlassen wurde, weil es drinnen zu warm war.

Ein weiterer Schwerpunkt lag darauf herauszufinden, in welchen Wettersituationen sich die Menschen am Köppel besonders unwohl fühlen – etwa bei großer Hitze, starkem Regen, Sturm oder Kälte.

Darüber hinaus wurden die Teilnehmenden gebeten, einzuschätzen, in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. Dabei konnten verschiedene Themen wie Hitze, Starkregen, Sturm oder Kälte gewichtet werden. Ergänzend dazu ging es auch um spezifische Maßnahmen: Beispielsweise wurde abgefragt, wie wichtig Schattenplätze auf der Tribüne, ein kühleres Vereinsheim oder Schutz vor Regen und Wind eingeschätzt werden.

Ein offenes Antwortfeld bot außerdem Raum für eigene Ideen und Vorschläge, was aus Sicht der Mitglieder verbessert werden könnte.

Für Trainer:innen, Verantwortliche und andere aktive Personen im Verein wurden ergänzend spezifische Fragen gestellt, die sich stärker auf den Spiel- und Trainingsbetrieb beziehen.

Dabei ging es unter anderem darum, ob Trainingseinheiten oder Spiele aufgrund von Hitze bereits verlegt oder sogar abgesagt werden mussten, ob es in der Vergangenheit zu Unterbrechungen durch Starkregen, Gewitter oder Sturm gekommen ist und ob extreme Wetterbedingungen bereits zu medizinischen Vorfällen geführt haben.

Auch wurde erfasst, ob sich die Aktiven ausreichend über Wetterlagen informiert fühlen und wissen, wie sie in bestimmten Situationen reagieren sollen.

Diese zusätzlichen Fragen helfen dabei, die Auswirkungen von Wetterextremen nicht nur subjektiv wahrzunehmen, sondern auch im konkreten Ablauf des Spielbetriebs einzuordnen.


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WORKSHOP:
ENTWICKLUNG ERSTER MAßNAHMEN

Nachdem die wissenschaftliche Betroffenheitsanalyse, die bauliche Bestandserfassung sowie die Umfrage im Verein erste wichtige Erkenntnisse geliefert hatten, ging es im nächsten Schritt darum, diese zusammenzuführen und daraus konkrete Ideen für Maßnahmen zu entwickeln.

Dazu fand am 26.02.2026 ein Workshop im Bürgerhaus Cappel statt, an dem verschiedene Beteiligte aus dem Verein sowie aus dem Projektumfeld teilgenommen haben. Ziel war es, die bisherigen Ergebnisse gemeinsam zu reflektieren und darauf aufbauend erste Lösungsansätze zu erarbeiten.

Vorgehen im Workshop

Zu Beginn wurden die zentralen Erkenntnisse aus den vorherigen Projektphasen vorgestellt. Darauf aufbauend haben sich die Teilnehmenden in Kleingruppen aufgeteilt und intensiv darüber ausgetauscht, welche konkreten Maßnahmen aus ihrer Sicht sinnvoll und umsetzbar sind.

Im Fokus standen dabei vor allem die zuvor identifizierten zentralen Herausforderungen: Hitze, Starkregen sowie Gewitter und Sturm. Für diese Bereiche wurden gezielt Ideen gesammelt, diskutiert und weiterentwickelt.

Anschließend wurden die Ergebnisse im Plenum zusammengetragen und gemeinsam bewertet. Dabei ging es nicht nur um die Frage, was sinnvoll wäre, sondern auch darum, wie aufwendig die Umsetzung ist und welchen konkreten Nutzen die jeweilige Maßnahme bringt.

Welche Ideen wurden entwickelt?

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Bewertung und priorisierung

Ein wichtiger Teil des Workshops war die gemeinsame Bewertung der gesammelten Ideen. Die Maßnahmen wurden danach eingeordnet, wie hoch ihr Nutzen ist und wie aufwendig ihre Umsetzung wäre.

Dabei entstand eine klare Struktur:

Maßnahmen mit hohem Nutzen und gleichzeitig geringem Aufwand wurden als besonders prioritäre Ansätze identifiziert. Dazu gehören beispielsweise organisatorische Maßnahmen wie klare Verhaltensregeln bei Hitze oder Gewitter, aber auch kleinere bauliche Anpassungen wie Sonnenschutz für bestimmte Bereiche.

Gleichzeitig wurden auch Maßnahmen mit hohem Nutzen, aber größerem Aufwand diskutiert. Diese wurden als strategisch wichtig eingeordnet, da sie langfristig einen großen Beitrag zur Klimaanpassung leisten können.

Ideen mit geringem Nutzen und gleichzeitig hohem Aufwand wurden dagegen bewusst nicht weiterverfolgt, um den Fokus auf sinnvolle und realistische Lösungen zu legen.


Was wir aus dem Workshop mitnehmen

Besonders deutlich wurde im Workshop, dass eine Maßnahme von vielen Teilnehmenden als besonders wirkungsvoll eingeschätzt wird: die Schaffung einer dauerhaften, fest installierten Überdachung auf dem Gelände.

Eine solche Überdachung würde gleichzeitig Schutz vor Hitze, UV-Strahlung, Starkregen und Gewitter bieten und könnte – beispielsweise in Kombination mit einer Begrünung oder einer Regenwassernutzung – mehrere Funktionen miteinander verbinden. Wichtig war den Teilnehmenden dabei vor allem, dass diese unabhängig vom Vereinsheim jederzeit zugänglich und nutzbar ist.

Die im Workshop entwickelten und priorisierten Maßnahmen bilden die Grundlage für die nächsten Projektschritte. Auf Basis dieser Ergebnisse werden im weiteren Verlauf konkrete Maßnahmen ausgewählt und detaillierter ausgearbeitet.

Wir sind Teil des Förderprogramms „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen (AnpaSo) im Rahmen des Programms „Nationale Klimaanpassung“ vom 29.04.2024 

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